Die Re­nais­sance der Sitzsäcke

Sitzsack

Der Möbeltrend 2017 weist eideutig auf eine Verschmelzung von Indoor- und Outdoor-Möbeln hin. Auch die Auswahlkriterien zeigen kaum Unterschiede: Gefragt sind qualitativ hochwertige Materialien, moderne Designs und Bequemlichkeit. Dementsprechend sind es gerade die Loungemöbel, die schon lange den Indoor-Bereich erobert haben, jetzt unaufhaltsam nach draußen auf die Terrassen, Gärten und Balkone dieser Welt vordringen. Weiche, anschmieg­same Loungekissen laden heute allenthalben zum sorgenlosen Verweilen und gemütlichen Faulenzen ein. Diesbezüglich übertroffen werden die Loungemöbel noch von den Sitzsäcken, weil es ihre Form beziehungsweise Formbarkeit erlaubt, auf jeder Fläche, also zum Beispiel auf relativ schmalen Balkonen, eingesetzt zu werden. 

Wie funktionieren Sitzsäcke?

Der Sitzsack entspricht einem Möbelstück zum Sitzen, wobei er auch als Liege aufgeführt und nutzbar sein kann. Seine Hülle besteht aus festem Stoff oder Leder und ist mit Schaumpolystyrol (Kügelchen) oder Schaumstoffflocken gefüllt. Daraus ergibt sich eine enorme Flexibilität hinsichtlich seiner Ausformung, anders ausgedrückt: Der Sitzsack passt sich in dem Moment, wenn Sie sich hineinsetzen, direkt Ihrem Körper optimal an. Das kann zum Beispiel ein großer Vorteil sein für Menschen mit Rückenbeschwerden. Sehr beliebt beziehungsweise modern waren die Sitzsäcke in den 1960er Jahren und sie erlebten ihr Comeback in den 1990er Jahren. 

Wer hat's erfunden?

Es waren die italienischen Designer Franco Teodoro, Cesare Paolini und Piero Gatti, die im Jahre 1968 an einem besonders bequemen und modernen Sitzmöbel tüftelten. Dabei dachten sie zunächst an Schnee, wie dieser sich an den Körper anschmiegt, wenn man sich hineinsetzt. Heraus kam dabei ein revolutionärer Sack zum Sitzen, nachdem mit den unterschiedlichsten Materialien herumexperimentiert worden war. Als Füllstoffe wurden nämlich auch harte Kastanienblätter, Wasser, Sand oder Tischtennisbälle in Betracht gezogen. Zu seinem großen Durchbruch verhalf dem Sack sein Bild in einer US-Zeitschrift, auf das die Kaufhauskette Macy’s aufmerksam wurde und sogleich eine Bestellung von 10.000 Stück aufgab. 

Sieht der "Sacco" immer gleich aus?

Nein, wenngleich eine Tropfenform besonders verbreitet ist. Natürlich haben sich aus dieser Grundform auch rechteckige Bodenkissen oder kugelförmige Sitzsäcke entwickelt.

Darüber hinaus wurden herkömmliche Sofas und Sessel mit vorgeformten Arm- und Rückenlehnen nachgeahmt. Sitzsäcke für Tiere mit etwas erhöhten Seitenrändern erfüllen die Funktion als Tierbetten. Die folgenden Sitzsackformen findet man heute im Handel:

  • Tropfen
  • Kugel
  • Runde, dreieckige oder rechteckige Bodenkissen
  • Sessel, Sofa oder Liege
  • Sitzwürfel
  • Tierbett
  • Themen-Sitzsäcke, zum Beispiel Obst und Gemüse

Welche Materialien werden verwendet?

Sitzsäcke werden aus strapazierfähigen und hochwertigen Materialien gefertigt. Die Nylonhülle beispielsweise lässt sich leicht waschen oder abwischen. Viele Verbraucher setzen auf Baumwolle und diesem Wunsch kommen die Hersteller nach, obwohl dieses Material relativ schnell und nachhaltig verschmutzt. Segeltuch ist wegen seiner Stärke und Strapazierfähigkeit ein besonders beliebtes Material für die Hülle. Weitere sehr beliebte Materialien für die Sackhüllen sind Samt, Velours, Leder oder Kunstleder. 

Kommen wir nun zum Füllmaterial der Sitzsäcke. Dafür werden meistens Styroporkügelchen oder EPR-Perlen (Ethylen-Propylen-Polymer) verwendet, die ebenfalls völlig geruchsneutral und isolierend sind. Wichtig ist dabei auch, dass das Füllmaterial keine Feuchtigkeit absorbiert. Bei der Auswahl sollte man auf die geplante Verwendung des Sitzsackes achten, wichtige Kriterien sind zum Beispiel, ob der Sitzsack im Innen- oder Außenbereich verwendet wird oder ob er vornehmlich für Kinder gedacht ist. 

Ein Sack für alle Fälle

Es ist verständlich, dass diese unkonventionellen Sitzsäcke zunächst eher bei jüngeren Menschen beliebt waren, nimmt man darin doch zuweilen eine recht niedrige Position nur knapp über dem Boden ein, was das Aufstehen nicht immer leicht macht. Heute findet der Sack allgemein eine größere Anerkennung und ist in vielen ganz herkömmlich eingerichteten Wohnungen durchaus zu einem farbenfrohen Blickfang avanciert. Das hängt auch damit zusammen, dass man erkannt hat, dass darin eine rückenschonende Sitzweise möglich ist, gerade für diejenigen, die akut unter Rückenschmerzen leiden.

Aufgrund ihres geringen Gewichts lassen sich die Sitzsäcke einfach verschieben oder in andere Zimmer tragen. Dass sich jemand daran gestoßen oder verletzt hätte, ist noch nicht bekannt geworden. Wer ihn sieht, fühlt sich sofort dazu veranlasst, sich hineinfallen zu lassen, ganz anders wie bei einem harten, kantigen Stuhl. Sitzsäcke sind eben gemütlich, lustig, schick, kostengünstig und daher bei Jung und Alt sehr beliebt. 


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